Realraum Innovations Labor – Aufbau einer strategischen Partnerschaft für eine bessere medizinische Versorgung

Presseinformation / 9.7.2018

© Fraunhofer IMS, Helios Klinikum Wuppertal, Institut für Therapieeffizienz

Bildmarke zum Projekt Realraum Innovations Labor

© Fraunhofer IMS

Gemeinsam für eine bessere medizinische Versorgung, v. l. n. r. Wolfgang Gröting (Fraunhofer-inHaus-Zentrum), Maren Geissler (Helios Universitätsklinikum Wuppertal), Burkhard Heidemann (Fraunhofer IMS)

© Helios Universitätsklinikum Wuppertal

Das Klinik-Team des Helios-Universitätsklinikum Wuppertal, v. l. n. r. Jens Domke, Nese Kaymak, Bärbel Stiefeling, Simone Hyun, Maren Geissler

Versorgungsqualität steigern, Klinikpersonal entlasten und Fördergelder effizienter nutzen – diese gemeinsamen Ziele haben sich das Helios Universitätsklinikum Wuppertal und das Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg gesetzt. Im Realraum Innovations Labor forschen beide zukünftig zusammen an Lösungen für eine bessere medizinische Versorgung. Gleichzeitig unterstützen sie dabei das Zusammenwirken von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Das Projekt soll aber nur einen Startpunkt für weitere gemeinsame Aktivitäten sein – und auch weitere Partner können beim Realraum Innovations Labor mitwirken.

In Deutschland und Europa steigt die Notwendigkeit für medizinische Forschung – gleichzeitig gibt es aber immer weniger Fördergelder. Vorhandene Mittel müssen deshalb möglichst effektiv genutzt werden. Dazu ist es unbedingt notwendig, Forschung zu betreiben, die von konkreten Problemstellungen im Anwendungsraum ausgeht – nur so können die nötigen Entwicklungen zur Lösung dieser realen Probleme effizient und nachhaltig vorangetrieben werden. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt Realraum Innovations Labor von Helios Universitätsklinikum Wuppertal und Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg an. Das gemeinsame Ziel: positive Effekte auf die innovative Versorgung von Patienten und auf den Arbeitsalltag im Krankenhaus erzielen sowie die wirtschaftlichen Möglichkeiten verbessern.


Multidisziplinäres Forschungsteam
Erreicht werden sollen die gemeinsamen Ziele mit Hilfe eines multidisziplinären Forschungsteams. Besonderheit: Darin sind nicht nur Lehrstuhlinhaber und Experten der unterschiedlichen klinischen, kreativen und technischen Berufsgruppen vertreten sondern auch Entscheidungsträger unterschiedlicher Ebenen. Das multidisziplinäre Forschungsteam beleuchtet die Problemstellung präzise und entwickelt übergeordnete Roadmaps. Die Innovationsmethoden sind dynamisch und erlauben für alle Akteure, die mitmachen wollen, zwar einen Rahmen und eine definiertes Zielbild, aber auf dem Weg dahin maximale Kreativität.

Das Helios Universitätsklinikum bringt dazu ein enormes Anwendungs-Know-how, viel Erfahrung mit Innovationsmethoden, Forschungswissen, ein breites Netzwerk sowie wertvolle Informationen im medizinischen Bereich und aus der Einkäuferperspektive mit ein. Schwerpunkt des klinischen Teams liegt insbesondere in der Definition der Anforderung an die Technik, der Erstellung von ökonomischen Prognosen und der Unterstützung in der Testphase. Das Fraunhofer-inHaus-Team bietet eine hohe Expertise im Bereich Sensorik, bringt ein fundiertes Technik-Know-How und ausreichend Raum für erste Umsetzungen in ihren Innovationslaboren ein. Gemeinsam unterstützen beide Ideenreichtum und Nutzerorientierung.

Problemlösungen für unterschiedliche Themenfelder

Geplant ist, aktuell bezogen auf drei Themenfelder – Versorgung von Menschen mit Demenz, Umgang und Reduktion von Stress sowie Reduktion von Infektionskrankheiten – eine direkte Verbindung zwischen dem Realraum und dem Kreativraum zu schaffen. Von dieser Verbindung versprechen sich alle Beteiligten ein schnelleres Vorantreiben von Innovationen und damit verbunden eine Stärkung des Gesundheitswesens. Die unterschiedlichen Themen werden kontinuierlich betrachtet. Als erste Aktivitäten wurden zum Beispiel ein Antrag bei der Alzheimergesellschaft eingereicht, zwei EU-Anträge bewilligt und ein weiterer gestellt. Zum Thema Detektion von Infektionskrankheiten und Stressreduktion wird es in Kürze ganz konkrete Ausschreibungen für Firmen geben. Weitere Anträge sind in Planung.

Besondere Infrastruktur
Insgesamt bietet die Zusammenarbeit im Realraum Innovations Labor eine ideale Kombination aus Klinikalltag im realen Krankenhaus und realitätsnaher Testumgebung in einer nachgebauten Klinikumgebung. Eine gute Mischung, findet auch der Leiter des Fraunhofer-inHaus-Zentrums, Wolfgang Gröting: »Das inHaus-Zentrum stellt eine sichere Umgebung für erste Pilotfertigungen dar, während das Helios-Klinikum die Möglichkeit bietet, weiterentwickelte oder bereits eingeführte Produkte in realer Umgebung – also mit Patienten, Pflegern, Ärzten und Angehörigen – auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir freuen uns, die Probleme gemeinsam anzupacken und die medizinische Versorgung zu verbessern.«

Alle Lösungen im Rahmen des Realraum Innovations Labor sollen mit Endnutzern entwickelt werden, denn diese selbst können häufig viel effektiver neue Produkte konzipieren. »Am Anfang der Entwicklung muss unbedingt die Nutzerspezifikation
stehen. Wir wollen Fehlentwicklungen vermeiden und einen effizienten Innovationsprozess vorantreiben, der am Ende in der Praxis funktioniert«, sagt Maren Geissler, Leiterin der Abteilung für Forschung und Entwicklung am Helios Universitätsklinikum Wuppertal. Um die Lösungsideen möglichst schnell auf ihre Einsetzbarkeit testen zu können, ist der Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungs-Accelerator-Programms geplant, durch das die Prüfung der Möglichkeiten auf
ressourcenschonende Weise beschleunigt werden soll. Geplant ist außerdem eine frühe Einbindung der Krankenkassen, so können auch deren Anforderungen rechtzeitig mit berücksichtigt werden.

Innovative Technologien als Mittel zum Zweck

»Am Anfang des Entwicklungsprozesses muss überprüft werden, welche Technologien die besten Effekte erzielen – nur so können wir kurzfristig, mittelfristig und langfristig Lösungen entwickeln und umsetzen«, erklärt Wolfgang Gröting. Die innovativen Technologien dienen dabei als Mittel zum Zweck. »Vor allem wollen wir sinnvolle Dinge tun: den klinischen Prozess effizienter machen, die Attraktivität als Arbeitgeber vergrößern und ökonomische Vorteile herausstellen. Ganz besonders möchten wir aber einen Beitrag für eine bessere Versorgungqualität von Patienten im regionalen, nationalen und europäischen Kontext leisten – das steht über allem und daran müssen, wollen und werden wir uns messen lassen. Die Methoden und Instrumente sind dabei nur Mittel zum Zweck, am Ende wollen wir mehr Gesundheit und qualitativ beste     Versorgung erreichen«, ergänzt Maren Geissler.

Kleine und mittelständische Unternehmen

Neben der Verbesserung der Situation von Patienten und dem Pflegepersonal sollen auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) gefördert werden – sie sollen ebenfalls von den Entwicklungen profitieren. Deshalb werden auch spätere Einkäufer der Innovationen früh in die Definition der Bedarfe und in die Gestaltung der Entwicklungen mit einbezogen. Das soll den KMUs die nötige Sicherheit geben: »Für KMUs sind Innovationsprozesse mit einer Investition in die Entwicklung neuer digitaler Lösungen besonders dann sinnvoll, wenn sie sich einer zukünftigen Kundengruppe möglichst frühzeitig sicher sein können – das wollen wir ihnen bieten«, sagt Maren Geissler.

 

Wann man sich an das Realraum Innovations Labor Team wenden kann:

Sie haben eine vielversprechende Technologie entwickelt, wissen aber noch
nicht für welchen Use-Case / für welche Anwendung man diese verwenden
könnte?

Sie haben eine Idee für ein vorkommerzielles Produkt entwickelt aber
benötigen noch eine Ausarbeitung mit den avisierten Usern?

Sie möchten Ihre Produktidee marktfähig und Einkäufer-attraktiv machen
aber es fehlen ihnen noch Business Modelle, die für Kliniken interessant sind?

Sie möchten bedarfsorientiert noch nicht marktverfügbare Lösungen
entwickeln, testen, evaluieren, pilotieren oder Produkte einem großen Markt
verfügbar machen?

Sie möchten Ihr Innovationsvorhaben mit Fördermittelprojekten
kombinieren, benötigen aber Unterstützung oder individuelle Beratung in der
Auswahl der Förderinstrumente oder der Beantragung an sich?

Bei diesen und weiteren Situationen werden Sie im Realraum Innovations Labor
kompetent und vertrauensvoll unterstützt.

 

Startschuss für mehr Gesundheit

Das die Zusammenarbeit zwischen dem Helios Universitätsklinikum Wuppertal und dem Fraunhofer-inHaus-Zentrum nur einen Startpunkt darstellt, davon ist Wolfgang Gröting überzeugt: »Wir fangen etwas Großartiges an und ich bin mir sicher, dass uns mit der Zeit viele weitere KMUs und auch andere Krankenhäuser und Institute bei unserer Arbeit unterstützen und diese befruchten werden. Wir freuen uns über jeden weiteren Partner.«


Die Zusammenarbeit beginnt ab sofort und ist zeitlich nicht begrenzt. An einer Zusammenarbeit am Projekt Realraum Innovations Labor Interessierte können sich entweder bei Maren Geissler oder Wolfgang Gröting melden.

Maren Geissler

Helios Universitätsklinikum Wuppertal

Leiterin Abteilung für Forschung und Entwicklung

Tel.: 0202 896-3023

Mail: team@realrauminnovationslabor.de

www.realrauminnovationslabor.de

 

Wolfgang Gröting

Leiter Fraunhofer inHaus-Zentrum
Tel.:  +49 203 3783-111
Mail: wolfgang.groeting@ims.fraunhofer.de